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Freitag, 1. April 2022
Lama Rinpoche -06
mariant, 11:01h
Ich laufe zu den Anderen hinaus auf den Innenhof und versuche, den Ball zu erhaschen. Bald gelingt es mir und schon bin ich mitten im Spiel.
*
Als wir das Kloster erreicht und von dem Transporter heruntergestiegen sind, spüre ich jeden Knochen. Ich schaue mich um und nehme meine Tasche auf. Nun folge ich den Mönchen und Dennis, die begonnen haben die breite Freitreppe hinaufzusteigen. Oben im Eingang wendet sich der junge Mönch zu mir um und sagt:
"Willkommen in unserem Kloster, Frau Bäcker."
Dennis stört kurz, aber Peter schickt ihn zu den anderen Kindern, deren Geschrei man aus dem Innenhof schallen hört. Peter redet weiter, an mich gewandt:
"Lama Dorje wird jetzt Seine Heiligkeit aufsuchen. Anschließend wird Dennis einer Prüfung unterzogen und das Orakel befragt. Lassen Sie mich in der Zwischenzeit Ihnen ihre Räume zeigen."
Ich nicke ihm zu und antworte: "Okay."
Er redet mit einem jungen Mönch von hier, der vorhin dazugekommen ist. Ich bin froh, mich irgendwo hinlegen zu können, bis die Rückenschmerzen durch die Fahrt auf dem Transporter nachlassen. Meine Tasche wieder aufnehmend, folge ich den jungen Mönchen mehrere Treppen hinauf und einen Gang entlang. Der hier lebende Mönch öffnet eine der Türen und wir treten ein. Hier befinden wir uns in einem Wohn-Schlafraum mit fremdländischer Einrichtung. Seitlich befindet sich eine Tür, durch die man in ein Bad mit Toilette kommt. Peter erklärt mir:
"Das ist eins der Gästezimmer unseres Klosters. Legen Sie erst einmal ab und richten sich ein. Wir essen nach Geschlechtern getrennt in verschiedenen Speiseräumen. Wenn es soweit ist, wird eine Nonne kommen und Sie dorthin führen. Ahmen Sie die Anderen zuerst einmal nach. Ich beantworte Ihnen später alle Fragen, die hinzukommen mögen. Dennis wird Sie später auch besuchen kommen, aber dann in den Schlafräumen bei den anderen Jungs übernachten."
Ich habe Peter interessiert zugehört, bei dem Wort 'Nonne' aber gestutzt. Diese Frage muss ich sofort loswerden, bevor Peter mich alleinlässt:
"Mönche und Nonnen leben gemeinsam in einem Kloster?" frage ich. "Ich dachte, sie leben getrennt und in einer Art Zölibat..."
"Mönche und Nonnen haben hier im Kloster ihre eigenen Bereiche. Treffen sie sich zufällig, begegnen sie sich ehrerbietig und mit Respekt. Es stimmt schon, normalerweise leben Mönche und Nonnen enthaltsam, was bei der Unterbringung in einem Haus oft nicht gut möglich ist.
Sie müssen den tibetischen Buddhismus und seine verschiedenen Schulen näher kennen, um das zu verstehen. Vom Dalai Lama haben Sie sicher schon gehört. Er ist der Trülku -Vorsteher- einer von insgesamt vier Schulen. Drei davon leben enthaltsam. Die Sakya-Schule nimmt es mit der Enthaltsamkeit nicht so genau. Natürlich müssen die mönchischen Tugenden und Gebote befolgt werden, aber eine Heirat ist durchaus möglich.
Während in den anderen Schulen der nächste Trülku die Wiedergeburt des Verstorbenen ist, die gesucht werden muss, ist in der Sakya-Schule der älteste Sohn des vorherigen Trülku dessen Nachfolger."
"Ah," mache ich. "Und dieses Kloster gehört zur 'Sakya-Schule'?"
Peter bestätigt es mir:
"Ja, genauso ist es."
"Aber, hat denn Lama Sherab keinen Sohn?"
Peter lächelt.
"Nicht alle Mönche heiraten im Laufe ihres Lebens. Dass sie der Sakya-Schule angehören, bedeutet nicht, dass sie heiraten MÜSSEN! Schauen Sie, unser Kloster in Plauen propagiert die Enthaltsamkeit. Wir stehen aber in Verbindung mit einem Kloster in Weiterswiller im Elsass. Es ist darin liberaler."
"Ah, okay," antworte ich.
Nun verabschiedet sich Peter von mir und ich öffne erst einmal neugierig alle Schränke. Der Blick aus dem Fenster auf die umliegende Berglandschaft ist grandios.
*
Peter kommt auf den Innenhof hinaus und steuert auf mich zu. Ich habe den Ball gerade in Händen, werfe ihn nun im hohen Bogen davon und laufe Peter entgegen. Als ich ihn erreiche, fordert er mich lächelnd auf:
"Komm, Dennis! Seine Heiligkeit, der Khenchen Lama, will dich kennenlernen."
Dann dreht er sich um und verlässt den Innenhof wieder. Ich begleite ihn durch einen Gang in den hinteren Teil des Klosterkomplexes. Vor einer Tür bleiben wir stehen. Ein anderer junger Mönch, der dort steht, überreicht mir ein weißes Tuch, schmal und lang wie ein Schal. Peter erklärt mir:
"Nimm das Tuch über beide Hände, halte es hoch und überreiche es dem Mann auf dem Thron mit einer ehrerbietigen Verbeugung."
Danach öffnet der junge Mönch, der mir den 'Schal' überreicht hat, die Tür und Peter betritt den Raum mit mir an seiner Seite. Vor der gegenüberliegenden Wand steht ein breiter Stuhl mit vielen Verzierungen. Darauf sitzt im Schneidersitz ein Mann in roter Robe und safrangelbem Untergewand, sowie einem ungewöhnlichen Hut auf dem Kopf.
Neben ihm auf dem Boden sitzt Lama Dorje in der gleichen Kleidung. Ich gehe auf den erhöht sitzenden Mann zu, verbeuge mich und strecke ihm das weiße Tuch beidhändig entgegen. Er beugt sich vor, nimmt mir das Tuch ab und legt es mir um die Schultern. Dabei weist er auf ein seitliches Regal, auf dem vier dieser Mönchshüte nebeneinanderstehen und sagt irgendetwas. Peter übersetzt:
"Seine Heiligkeit sagt: 'Ich habe eine Aufgabe für dich. Siehst du dort die roten Hüte? Sage mir, welcher dir am besten gefällt.'"
Neugierig gehe ich näher an das Regal heran und meine:
"Sie sind doch alle gleich!"
Aber Peter antwortet:
"Sie sehen alle gleich aus, aber sie sind es nicht."
Ich schaue noch einmal hin und wähle gefühlsmäßig den zweiten Hut von rechts. Als ich danach greife, um ihn vom Regal zu nehmen, fordert Peter mich auf:
"Komm, wir gehen wieder nach draußen. Seine Heiligkeit muss etwas mit Lama Dorje besprechen."
Peter führt mich zu den Kindern im Innenhof zurück.
*
*
Als wir das Kloster erreicht und von dem Transporter heruntergestiegen sind, spüre ich jeden Knochen. Ich schaue mich um und nehme meine Tasche auf. Nun folge ich den Mönchen und Dennis, die begonnen haben die breite Freitreppe hinaufzusteigen. Oben im Eingang wendet sich der junge Mönch zu mir um und sagt:
"Willkommen in unserem Kloster, Frau Bäcker."
Dennis stört kurz, aber Peter schickt ihn zu den anderen Kindern, deren Geschrei man aus dem Innenhof schallen hört. Peter redet weiter, an mich gewandt:
"Lama Dorje wird jetzt Seine Heiligkeit aufsuchen. Anschließend wird Dennis einer Prüfung unterzogen und das Orakel befragt. Lassen Sie mich in der Zwischenzeit Ihnen ihre Räume zeigen."
Ich nicke ihm zu und antworte: "Okay."
Er redet mit einem jungen Mönch von hier, der vorhin dazugekommen ist. Ich bin froh, mich irgendwo hinlegen zu können, bis die Rückenschmerzen durch die Fahrt auf dem Transporter nachlassen. Meine Tasche wieder aufnehmend, folge ich den jungen Mönchen mehrere Treppen hinauf und einen Gang entlang. Der hier lebende Mönch öffnet eine der Türen und wir treten ein. Hier befinden wir uns in einem Wohn-Schlafraum mit fremdländischer Einrichtung. Seitlich befindet sich eine Tür, durch die man in ein Bad mit Toilette kommt. Peter erklärt mir:
"Das ist eins der Gästezimmer unseres Klosters. Legen Sie erst einmal ab und richten sich ein. Wir essen nach Geschlechtern getrennt in verschiedenen Speiseräumen. Wenn es soweit ist, wird eine Nonne kommen und Sie dorthin führen. Ahmen Sie die Anderen zuerst einmal nach. Ich beantworte Ihnen später alle Fragen, die hinzukommen mögen. Dennis wird Sie später auch besuchen kommen, aber dann in den Schlafräumen bei den anderen Jungs übernachten."
Ich habe Peter interessiert zugehört, bei dem Wort 'Nonne' aber gestutzt. Diese Frage muss ich sofort loswerden, bevor Peter mich alleinlässt:
"Mönche und Nonnen leben gemeinsam in einem Kloster?" frage ich. "Ich dachte, sie leben getrennt und in einer Art Zölibat..."
"Mönche und Nonnen haben hier im Kloster ihre eigenen Bereiche. Treffen sie sich zufällig, begegnen sie sich ehrerbietig und mit Respekt. Es stimmt schon, normalerweise leben Mönche und Nonnen enthaltsam, was bei der Unterbringung in einem Haus oft nicht gut möglich ist.
Sie müssen den tibetischen Buddhismus und seine verschiedenen Schulen näher kennen, um das zu verstehen. Vom Dalai Lama haben Sie sicher schon gehört. Er ist der Trülku -Vorsteher- einer von insgesamt vier Schulen. Drei davon leben enthaltsam. Die Sakya-Schule nimmt es mit der Enthaltsamkeit nicht so genau. Natürlich müssen die mönchischen Tugenden und Gebote befolgt werden, aber eine Heirat ist durchaus möglich.
Während in den anderen Schulen der nächste Trülku die Wiedergeburt des Verstorbenen ist, die gesucht werden muss, ist in der Sakya-Schule der älteste Sohn des vorherigen Trülku dessen Nachfolger."
"Ah," mache ich. "Und dieses Kloster gehört zur 'Sakya-Schule'?"
Peter bestätigt es mir:
"Ja, genauso ist es."
"Aber, hat denn Lama Sherab keinen Sohn?"
Peter lächelt.
"Nicht alle Mönche heiraten im Laufe ihres Lebens. Dass sie der Sakya-Schule angehören, bedeutet nicht, dass sie heiraten MÜSSEN! Schauen Sie, unser Kloster in Plauen propagiert die Enthaltsamkeit. Wir stehen aber in Verbindung mit einem Kloster in Weiterswiller im Elsass. Es ist darin liberaler."
"Ah, okay," antworte ich.
Nun verabschiedet sich Peter von mir und ich öffne erst einmal neugierig alle Schränke. Der Blick aus dem Fenster auf die umliegende Berglandschaft ist grandios.
*
Peter kommt auf den Innenhof hinaus und steuert auf mich zu. Ich habe den Ball gerade in Händen, werfe ihn nun im hohen Bogen davon und laufe Peter entgegen. Als ich ihn erreiche, fordert er mich lächelnd auf:
"Komm, Dennis! Seine Heiligkeit, der Khenchen Lama, will dich kennenlernen."
Dann dreht er sich um und verlässt den Innenhof wieder. Ich begleite ihn durch einen Gang in den hinteren Teil des Klosterkomplexes. Vor einer Tür bleiben wir stehen. Ein anderer junger Mönch, der dort steht, überreicht mir ein weißes Tuch, schmal und lang wie ein Schal. Peter erklärt mir:
"Nimm das Tuch über beide Hände, halte es hoch und überreiche es dem Mann auf dem Thron mit einer ehrerbietigen Verbeugung."
Danach öffnet der junge Mönch, der mir den 'Schal' überreicht hat, die Tür und Peter betritt den Raum mit mir an seiner Seite. Vor der gegenüberliegenden Wand steht ein breiter Stuhl mit vielen Verzierungen. Darauf sitzt im Schneidersitz ein Mann in roter Robe und safrangelbem Untergewand, sowie einem ungewöhnlichen Hut auf dem Kopf.
Neben ihm auf dem Boden sitzt Lama Dorje in der gleichen Kleidung. Ich gehe auf den erhöht sitzenden Mann zu, verbeuge mich und strecke ihm das weiße Tuch beidhändig entgegen. Er beugt sich vor, nimmt mir das Tuch ab und legt es mir um die Schultern. Dabei weist er auf ein seitliches Regal, auf dem vier dieser Mönchshüte nebeneinanderstehen und sagt irgendetwas. Peter übersetzt:
"Seine Heiligkeit sagt: 'Ich habe eine Aufgabe für dich. Siehst du dort die roten Hüte? Sage mir, welcher dir am besten gefällt.'"
Neugierig gehe ich näher an das Regal heran und meine:
"Sie sind doch alle gleich!"
Aber Peter antwortet:
"Sie sehen alle gleich aus, aber sie sind es nicht."
Ich schaue noch einmal hin und wähle gefühlsmäßig den zweiten Hut von rechts. Als ich danach greife, um ihn vom Regal zu nehmen, fordert Peter mich auf:
"Komm, wir gehen wieder nach draußen. Seine Heiligkeit muss etwas mit Lama Dorje besprechen."
Peter führt mich zu den Kindern im Innenhof zurück.
*
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Donnerstag, 31. März 2022
Lama Rinpoche -05
mariant, 12:13h
Ich, Dennis, soll die Wiedergeburt eines bedeutenden Lamas aus Nepal sein. Interessehalber habe ich ab und zu in mich hineingehorcht, aber da hat sich nie jemand anderes gemeldet, um mir "Hallo" zu sagen.
Genaueres kann ich anscheinend erst dort an seiner alten Wirkungsstätte erfahren. So aufgeregt, wie ich bin, wache ich schon in aller Frühe im Flugzeug wieder auf. Unwillkürlich schaue ich aus dem Kabinenfenster nach draußen. Was ich sehe, ist vollkommen überwältigend. Viele Berggipfel unter uns durchstoßen die Wolkendecke.
"Wow!" entfährt es mir und ich wende mich Mama neben mir zu.
Sie schläft noch, also rüttele ich sie wach.
"Schau mal!" versuche ich sie anzusprechen, doch sie brummt nur im Halbschlaf.
Also drängele ich mich an ihr vorbei und gehe ein paar Sitzreihen vor, zu den Mönchen. Auch sie scheinen zu schlafen. Ich ziehe dem jungen Mann am Ärmel und rüttele daran. Er öffnet die Augen und grüßt mich lächelnd:
"Guten Morgen, Dennis."
"Schau mal die Berge da draußen!" fordere ich ihn auf. "Das ist einfach nur 'Wow'!"
"Ja," bestätigt er. "Die Natur ist überwältigend. Wir müssen sie schützen!"
Nun nicke ich mit dem Kopf in Richtung Lama Dorje und frage:
"Schläft der Lama noch?"
Peter schüttelt lächelnd den Kopf und antwortet:
"Lama Dorje meditiert."
"Meditiert... Was ist das?" frage ich mit verständnisloser Miene.
Geduldig erklärt mir Peter, der junge deutsche Mönch:
"Es ist ein Zustand völligen Entspanntseins. Du machst dich von Allem frei. Dein Geist ist wie ein Vogel. Dann siehst du deine Gedanken wie dahinziehende Wolken... Wenn wir alle vollkommen wären im Meditieren, würden wir wohl alle erleuchtet werden."
Sofort bin ich aufgeregt:
"Das kenne ich! Ich habe schon oft auf der Wiese hinter dem Haus gelegen und in den Himmel geschaut! Dabei habe ich mir vorgestellt, was die Form der einen oder anderen Wolke bedeuten könnte."
"Siehst du," antwortet Peter lächelnd. "Ein weiteres Indiz, dass du in deinem früheren Leben einmal meditiert hast."
Dann kommt eine Durchsage, dass wir uns wieder anschnallen müssen. Ich laufe schnell zu meinem Sitz zurück. Mama wacht dadurch auf. Eine Flugbegleiterin kommt vorbei und überprüft, ob alle angeschnallt sind. Kurz darauf landen wir.
Während wir auf unsere Abfertigung warten, erklärt uns Peter:
"Kathmandu hat gut 1 Million Einwohner und liegt in einem breiten Tal. Die Straßen sind staubig - und bunt! Über unseren Köpfen könnt ihr in der Stadt Elektrokabel wie Spinnweben zwischen den Häusern hängen sehen. Die Häuser haben weder Frischwasser- noch Abwasserleitungen, sondern Tankwagen bringen das Wasser und füllen einmal im Monat die Haustanks mit Frischwasser auf. Trinkbares Wasser kann man in Plastikflaschen kaufen. Ihr seht bald an jeder Ecke einen Verkaufsstand oder eine Garküche, oder es steht ein Tempel für einen der vielen hinduistischen Götter dort. Nur wenige Völker der Welt feiern so viele Feste wie die Nepalesen."
Beim letzten Satz zwinkert uns Peter zu und lächelt.
Als wir das Flughafengebäude von Katmandu verlassen können, geht Lama Dorje auf so einen dreirädrigen Transporter zu. Er redet mit dem Mann und dieser macht seine Ladefläche soweit frei, dass wir hinten aufsteigen können.
Neugierig schaue ich mich um, als wir das Flughafengelände verlassen. Die Leute sind bunt gekleidet. Tatsächlich hängen schwarze Kabel kreuz und quer über der Straße, mal zu wenigen, mal in ganzen Bündeln. Und die vielen Statuen fallen mir auf. Sitzende Buddhas kenne ich nun ja schon. Aber da gibt es noch so viele andere Figuren. Nach nicht ganz einer halben Stunde verlassen wir die Stadt auf einer Straße mit spärlichem Pflanzenwuchs rechts und links daneben. Immer wieder begegnen wir bunten Bussen und Lastwagen mit Gardinen in den Fenstern.
Wir fahren den ganzen Tag bis wir eine Herberge erreichen. Unterwegs hat der Mann ungefähr alle Stunde ein paar Minuten angehalten, weil Mama der Hintern weh getan hat. Peter hat dann mit ihr Stretch-Gymnastik gemacht.
Schnell ist der Transporter nicht gewesen. Vielleicht ungefähr so wie die Mopeds der großen Jungs bei uns zuhause. Am nächsten Morgen steigen wir wieder auf den Transporter, obwohl Mama fragt:
"Muss das sein?"
Wie der erste Tag verlaufen ist, geht das fast drei ganze Tage. Am letzten Tag erreichen wir ein großes Haus an einem Berghang. Es sieht von außen fast genauso aus, wie das buddhistische Kloster in unserer Stadt, denn es strahlt auch in Weiß und hat einen breiten braunen Streifen kurz unter dem Dach. Eine breite Treppe führt hinauf zum Eingang. Der Fahrer des Transporters verabschiedet sich nun mit vielen Verbeugungen von uns.
Wir steigen die Treppe hinauf und betreten die Eingangshalle. Es sieht hier fast so aus, wie in dem Kloster zuhause. Ich frage Peter:
"Darf ich die Gebetsmühlen drehen?"
"Ja, aber nur rechts herum," ermahnt er mich lächelnd.
Ich lasse meine Tasche fallen und laufe zur nächsten senkrechten Rolle mit den fremden Zeichen außen drauf und drehe sie. Dann laufe ich von einer zur anderen und stoße sie alle an. Dabei erreiche ich einen offenen Wanddurchbruch, durch den ich eine Schar Jungs in roten Gewändern Ball spielen sehe. Ich schaue fragend zu Mama und Peter. Peter ermuntert mich lächelnd:
"Los, geh schon, wenn du keine Furcht hast!"
Genaueres kann ich anscheinend erst dort an seiner alten Wirkungsstätte erfahren. So aufgeregt, wie ich bin, wache ich schon in aller Frühe im Flugzeug wieder auf. Unwillkürlich schaue ich aus dem Kabinenfenster nach draußen. Was ich sehe, ist vollkommen überwältigend. Viele Berggipfel unter uns durchstoßen die Wolkendecke.
"Wow!" entfährt es mir und ich wende mich Mama neben mir zu.
Sie schläft noch, also rüttele ich sie wach.
"Schau mal!" versuche ich sie anzusprechen, doch sie brummt nur im Halbschlaf.
Also drängele ich mich an ihr vorbei und gehe ein paar Sitzreihen vor, zu den Mönchen. Auch sie scheinen zu schlafen. Ich ziehe dem jungen Mann am Ärmel und rüttele daran. Er öffnet die Augen und grüßt mich lächelnd:
"Guten Morgen, Dennis."
"Schau mal die Berge da draußen!" fordere ich ihn auf. "Das ist einfach nur 'Wow'!"
"Ja," bestätigt er. "Die Natur ist überwältigend. Wir müssen sie schützen!"
Nun nicke ich mit dem Kopf in Richtung Lama Dorje und frage:
"Schläft der Lama noch?"
Peter schüttelt lächelnd den Kopf und antwortet:
"Lama Dorje meditiert."
"Meditiert... Was ist das?" frage ich mit verständnisloser Miene.
Geduldig erklärt mir Peter, der junge deutsche Mönch:
"Es ist ein Zustand völligen Entspanntseins. Du machst dich von Allem frei. Dein Geist ist wie ein Vogel. Dann siehst du deine Gedanken wie dahinziehende Wolken... Wenn wir alle vollkommen wären im Meditieren, würden wir wohl alle erleuchtet werden."
Sofort bin ich aufgeregt:
"Das kenne ich! Ich habe schon oft auf der Wiese hinter dem Haus gelegen und in den Himmel geschaut! Dabei habe ich mir vorgestellt, was die Form der einen oder anderen Wolke bedeuten könnte."
"Siehst du," antwortet Peter lächelnd. "Ein weiteres Indiz, dass du in deinem früheren Leben einmal meditiert hast."
Dann kommt eine Durchsage, dass wir uns wieder anschnallen müssen. Ich laufe schnell zu meinem Sitz zurück. Mama wacht dadurch auf. Eine Flugbegleiterin kommt vorbei und überprüft, ob alle angeschnallt sind. Kurz darauf landen wir.
Während wir auf unsere Abfertigung warten, erklärt uns Peter:
"Kathmandu hat gut 1 Million Einwohner und liegt in einem breiten Tal. Die Straßen sind staubig - und bunt! Über unseren Köpfen könnt ihr in der Stadt Elektrokabel wie Spinnweben zwischen den Häusern hängen sehen. Die Häuser haben weder Frischwasser- noch Abwasserleitungen, sondern Tankwagen bringen das Wasser und füllen einmal im Monat die Haustanks mit Frischwasser auf. Trinkbares Wasser kann man in Plastikflaschen kaufen. Ihr seht bald an jeder Ecke einen Verkaufsstand oder eine Garküche, oder es steht ein Tempel für einen der vielen hinduistischen Götter dort. Nur wenige Völker der Welt feiern so viele Feste wie die Nepalesen."
Beim letzten Satz zwinkert uns Peter zu und lächelt.
Als wir das Flughafengebäude von Katmandu verlassen können, geht Lama Dorje auf so einen dreirädrigen Transporter zu. Er redet mit dem Mann und dieser macht seine Ladefläche soweit frei, dass wir hinten aufsteigen können.
Neugierig schaue ich mich um, als wir das Flughafengelände verlassen. Die Leute sind bunt gekleidet. Tatsächlich hängen schwarze Kabel kreuz und quer über der Straße, mal zu wenigen, mal in ganzen Bündeln. Und die vielen Statuen fallen mir auf. Sitzende Buddhas kenne ich nun ja schon. Aber da gibt es noch so viele andere Figuren. Nach nicht ganz einer halben Stunde verlassen wir die Stadt auf einer Straße mit spärlichem Pflanzenwuchs rechts und links daneben. Immer wieder begegnen wir bunten Bussen und Lastwagen mit Gardinen in den Fenstern.
Wir fahren den ganzen Tag bis wir eine Herberge erreichen. Unterwegs hat der Mann ungefähr alle Stunde ein paar Minuten angehalten, weil Mama der Hintern weh getan hat. Peter hat dann mit ihr Stretch-Gymnastik gemacht.
Schnell ist der Transporter nicht gewesen. Vielleicht ungefähr so wie die Mopeds der großen Jungs bei uns zuhause. Am nächsten Morgen steigen wir wieder auf den Transporter, obwohl Mama fragt:
"Muss das sein?"
Wie der erste Tag verlaufen ist, geht das fast drei ganze Tage. Am letzten Tag erreichen wir ein großes Haus an einem Berghang. Es sieht von außen fast genauso aus, wie das buddhistische Kloster in unserer Stadt, denn es strahlt auch in Weiß und hat einen breiten braunen Streifen kurz unter dem Dach. Eine breite Treppe führt hinauf zum Eingang. Der Fahrer des Transporters verabschiedet sich nun mit vielen Verbeugungen von uns.
Wir steigen die Treppe hinauf und betreten die Eingangshalle. Es sieht hier fast so aus, wie in dem Kloster zuhause. Ich frage Peter:
"Darf ich die Gebetsmühlen drehen?"
"Ja, aber nur rechts herum," ermahnt er mich lächelnd.
Ich lasse meine Tasche fallen und laufe zur nächsten senkrechten Rolle mit den fremden Zeichen außen drauf und drehe sie. Dann laufe ich von einer zur anderen und stoße sie alle an. Dabei erreiche ich einen offenen Wanddurchbruch, durch den ich eine Schar Jungs in roten Gewändern Ball spielen sehe. Ich schaue fragend zu Mama und Peter. Peter ermuntert mich lächelnd:
"Los, geh schon, wenn du keine Furcht hast!"
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Mittwoch, 30. März 2022
Lama Rinpoche -04
mariant, 11:50h
Der Raum ist angefüllt mit kahlgeschorenen rotgekleideten Männern, die auf dem Boden sitzen. Sie wiegen ihre Oberkörper und lassen diesen unheimlichen Gesang ertönen, der im Kehlkopf gebildet wird, wie man mir später erklärt. An der Außenwand sitzen die beiden Mönche, die wir schon kennen. Sie haben die Augen geschlossen. Unser Führer nähert sich ihnen und lässt sich neben dem nieder, der bei uns der Wortführer gewesen ist.
Nach einiger Zeit öffnet der Mönch die Augen. Der junge Mann, der uns hier hinaufgeführt hat, verbeugt sich leicht und hebt die gefalteten Hände. Dabei sagt er etwas. Der Mönch schaut durch die offene Zimmertür auf uns und erhebt sich leise. Ohne die Anderen zu stören kommen die Beiden zu uns heraus.
"Hallo, guten Tag," grüßt uns der Mönch ehrerbietig und fragt: "Sie haben in der Zwischenzeit eine Entscheidung getroffen?"
Ich nicke lächelnd und antworte:
"Guten Tag, Herr... Tobgyel. Ja, wir möchten Nepal kennenlernen!"
Seinen Namen habe ich von der Visitenkarte abgelesen. Er nickt, freundlich lächelnd, und fragt:
"Für kurz, also einen vielleicht zweiwöchigen Urlaub oder für länger?"
"Nun," meine ich. "Wenn es uns dort gefällt vielleicht für immer. Da wäre nur die Frage der Finanzierung von Flug und Unterkunft zu klären. Ich habe nämlich nicht viel Geld."
"Okay," sagt Lama Tobgyel. "Wenn Sie alle Brücken hinter sich abbrechen wollen, müssen Sie eine eventuelle Arbeitsstelle kündigen. Ihre Wohnung sollten Sie zum Ende ihrer Kündigungsfrist ebenfalls kündigen und alles einpacken, was Ihnen wichtig ist! Achten Sie bitte darauf, dass das nicht zu viel ist! Sie brauchen in Nepal keinen kompletten Hausstand, sondern nur Erinnerungsstücke, an denen Ihr Herz hängt. Die Ausreiseformalitäten erledigen wir dann gerne. Für den Flug geben Sie einfach, was Sie als Spende erübrigen können. Den Rest zahlt das Kloster."
Ich nicke und erkläre ihm:
"Ich bin ungebunden. Meine Freundin hier bekommt die Schlüssel und kann die Wohnung in meinem Auftrag auflösen. Also könnte es in den nächsten Tagen losgehen... Dennis muss ich noch in der Schule abmelden, wenn Sie mir den Flugtag sagen können. Nepal - Sie haben in Nepal doch eine Schule, die er besuchen kann?"
Lama Tobgyel nickt und antwortet beruhigend:
"Die haben wir! Zuerst erhält Dennis Sprachunterricht. Sie können gerne ebenfalls daran teilnehmen! - Gut, dann kümmere ich mich um den Flug. Lama Dorje und ein weiterer Gelong -Mönch- werden Sie begleiten. Sie können Englisch sprechen?"
"Ja," bestätige ich.
"Dann ist jedenfalls eine Verständigung möglich!" meint er und führt seine gefalteten Hände wieder an sein Kinn.
Er nickt uns freundlich zu. Damit sind wir fürs Erste entlassen und lassen uns zum Eingang zurückführen. Unterwegs tauschen wir noch die Handynummern für das Abstimmen der nächsten Termine.
*
Als das Kloster Bahn- und Flugkarten bereit hat und damit der Reisetermin feststeht, übergebe ich Alice die Wohnungs- und Autoschlüssel, sowie das Kündigungsschreiben und eine Vollmacht, meinen alten Mitsubishi in meinem Auftrag zu verkaufen.
Am Reisetermin sind Dennis und ich, Vanessa Bäcker, sehr aufgeregt. Meine Freundin Alice bringt uns zum Bahnhof, wo wir herumspazierend nach den Mönchen Ausschau halten. Bald darauf sehe ich sie die Bahnhofshalle betreten. Wir gehen auf sie zu und begrüßen sie. Sie lächeln uns zu, neigen den Kopf und führen die gefalteten Hände an die Lippen.
Höflich wiederhole ich die Geste. Vor uns steht Lama Dorje, der bisher immer so ruhig gewesen ist. Wahrscheinlich spricht er kein Deutsch. In seiner Begleitung befindet sich ein junger Mönch aus dem Kloster in unserer Stadt. Dieser ist von Geburt Deutscher, wie ich feststellen kann.
"Ein schöner Tag zum Reisen," beginnt der junge Mönch jetzt eine Konversation.
Ich pflichte ihm bei und bin erleichtert, bei der Reise in ein fremdes Land einen Dolmetscher dabei zu haben. Das vereinfacht uns den Einstieg in dem fremden Land.
Wir fahren mit dem Zug nach Frankfurt am Main und müssen dort noch etwa zwei Stunden im Abflugbereich des Flughafens auf unser Flugzeug warten. In dieser Zeit erledigt der junge Mönch die Reiseformaltäten. Ich trage mich schon eine ganze Zeitlang mit der Frage, wer eigentlich die Reisekosten aufbringt. Lama Tobgyel hat da etwas nebulös auf meine Frage reagiert. Er wollte uns sicher nur beruhigen. So frage ich Peter, den jungen Mönch:
"Wer bezahlt eigentlich die Reisekosten? Das ist bestimmt nicht wenig Geld..."
Peter antwortet lächelnd:
"Das organisiert immer das Kloster, von dem die Reise ausgeht. Unser Kloster lebt von Spenden und dem Verkauf der Handarbeiten der Mönche. Davon werden alle Ausgaben bestritten. Natürlich auch die Reisekosten. Dafür braucht es aber die Genehmigung des Abtes. Die bekommt man nur mit triftigen Gründen."
"Das kann ich verstehen," meine ich.
Nachdem wir endlich den Flieger besteigen können und wir unsere Sitzplätze gefunden haben, startet das Flugzeug in den Abendhimmel hinein. Der Pilot zieht die Maschine am Ende der Startbahn in einem irren Winkel hoch, bis wir wohl die Reiseflughöhe erreicht haben. Dabei werden wir in die Sitze gedrückt.
Als das Flugzeug wieder in die normale Lage gekippt ist, dürfen wir die Anschnallgurte lösen. Im Bildschirm, der in die Rückenlehne vor uns eingebaut ist, sehen wir uns einen Film über die Himalayaländer an und über die Menschen, die dort leben. Darüber schlafen wir ein.
*
Nach einiger Zeit öffnet der Mönch die Augen. Der junge Mann, der uns hier hinaufgeführt hat, verbeugt sich leicht und hebt die gefalteten Hände. Dabei sagt er etwas. Der Mönch schaut durch die offene Zimmertür auf uns und erhebt sich leise. Ohne die Anderen zu stören kommen die Beiden zu uns heraus.
"Hallo, guten Tag," grüßt uns der Mönch ehrerbietig und fragt: "Sie haben in der Zwischenzeit eine Entscheidung getroffen?"
Ich nicke lächelnd und antworte:
"Guten Tag, Herr... Tobgyel. Ja, wir möchten Nepal kennenlernen!"
Seinen Namen habe ich von der Visitenkarte abgelesen. Er nickt, freundlich lächelnd, und fragt:
"Für kurz, also einen vielleicht zweiwöchigen Urlaub oder für länger?"
"Nun," meine ich. "Wenn es uns dort gefällt vielleicht für immer. Da wäre nur die Frage der Finanzierung von Flug und Unterkunft zu klären. Ich habe nämlich nicht viel Geld."
"Okay," sagt Lama Tobgyel. "Wenn Sie alle Brücken hinter sich abbrechen wollen, müssen Sie eine eventuelle Arbeitsstelle kündigen. Ihre Wohnung sollten Sie zum Ende ihrer Kündigungsfrist ebenfalls kündigen und alles einpacken, was Ihnen wichtig ist! Achten Sie bitte darauf, dass das nicht zu viel ist! Sie brauchen in Nepal keinen kompletten Hausstand, sondern nur Erinnerungsstücke, an denen Ihr Herz hängt. Die Ausreiseformalitäten erledigen wir dann gerne. Für den Flug geben Sie einfach, was Sie als Spende erübrigen können. Den Rest zahlt das Kloster."
Ich nicke und erkläre ihm:
"Ich bin ungebunden. Meine Freundin hier bekommt die Schlüssel und kann die Wohnung in meinem Auftrag auflösen. Also könnte es in den nächsten Tagen losgehen... Dennis muss ich noch in der Schule abmelden, wenn Sie mir den Flugtag sagen können. Nepal - Sie haben in Nepal doch eine Schule, die er besuchen kann?"
Lama Tobgyel nickt und antwortet beruhigend:
"Die haben wir! Zuerst erhält Dennis Sprachunterricht. Sie können gerne ebenfalls daran teilnehmen! - Gut, dann kümmere ich mich um den Flug. Lama Dorje und ein weiterer Gelong -Mönch- werden Sie begleiten. Sie können Englisch sprechen?"
"Ja," bestätige ich.
"Dann ist jedenfalls eine Verständigung möglich!" meint er und führt seine gefalteten Hände wieder an sein Kinn.
Er nickt uns freundlich zu. Damit sind wir fürs Erste entlassen und lassen uns zum Eingang zurückführen. Unterwegs tauschen wir noch die Handynummern für das Abstimmen der nächsten Termine.
*
Als das Kloster Bahn- und Flugkarten bereit hat und damit der Reisetermin feststeht, übergebe ich Alice die Wohnungs- und Autoschlüssel, sowie das Kündigungsschreiben und eine Vollmacht, meinen alten Mitsubishi in meinem Auftrag zu verkaufen.
Am Reisetermin sind Dennis und ich, Vanessa Bäcker, sehr aufgeregt. Meine Freundin Alice bringt uns zum Bahnhof, wo wir herumspazierend nach den Mönchen Ausschau halten. Bald darauf sehe ich sie die Bahnhofshalle betreten. Wir gehen auf sie zu und begrüßen sie. Sie lächeln uns zu, neigen den Kopf und führen die gefalteten Hände an die Lippen.
Höflich wiederhole ich die Geste. Vor uns steht Lama Dorje, der bisher immer so ruhig gewesen ist. Wahrscheinlich spricht er kein Deutsch. In seiner Begleitung befindet sich ein junger Mönch aus dem Kloster in unserer Stadt. Dieser ist von Geburt Deutscher, wie ich feststellen kann.
"Ein schöner Tag zum Reisen," beginnt der junge Mönch jetzt eine Konversation.
Ich pflichte ihm bei und bin erleichtert, bei der Reise in ein fremdes Land einen Dolmetscher dabei zu haben. Das vereinfacht uns den Einstieg in dem fremden Land.
Wir fahren mit dem Zug nach Frankfurt am Main und müssen dort noch etwa zwei Stunden im Abflugbereich des Flughafens auf unser Flugzeug warten. In dieser Zeit erledigt der junge Mönch die Reiseformaltäten. Ich trage mich schon eine ganze Zeitlang mit der Frage, wer eigentlich die Reisekosten aufbringt. Lama Tobgyel hat da etwas nebulös auf meine Frage reagiert. Er wollte uns sicher nur beruhigen. So frage ich Peter, den jungen Mönch:
"Wer bezahlt eigentlich die Reisekosten? Das ist bestimmt nicht wenig Geld..."
Peter antwortet lächelnd:
"Das organisiert immer das Kloster, von dem die Reise ausgeht. Unser Kloster lebt von Spenden und dem Verkauf der Handarbeiten der Mönche. Davon werden alle Ausgaben bestritten. Natürlich auch die Reisekosten. Dafür braucht es aber die Genehmigung des Abtes. Die bekommt man nur mit triftigen Gründen."
"Das kann ich verstehen," meine ich.
Nachdem wir endlich den Flieger besteigen können und wir unsere Sitzplätze gefunden haben, startet das Flugzeug in den Abendhimmel hinein. Der Pilot zieht die Maschine am Ende der Startbahn in einem irren Winkel hoch, bis wir wohl die Reiseflughöhe erreicht haben. Dabei werden wir in die Sitze gedrückt.
Als das Flugzeug wieder in die normale Lage gekippt ist, dürfen wir die Anschnallgurte lösen. Im Bildschirm, der in die Rückenlehne vor uns eingebaut ist, sehen wir uns einen Film über die Himalayaländer an und über die Menschen, die dort leben. Darüber schlafen wir ein.
*
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