Dienstag, 5. März 2024
Keltische Druiden -38
Wenn wir beim Essen zusammensitzen, lasse ich unsere Kleine ihren Atta -Papa- bedienen. Sie ist stolz, wenn dieser sich dafür bedankt. Natürlich geht dabei schon einmal etwas daneben. Dann schaut sie schuldbewusst. Aber ich oder ihr Atta -Papa- trösten sie dann. Mit der Zeit wird sie immer sicherer.

In dieser Zeit der unbeschwerten Kindheit unserer Kleinen wird Großmutter immer schwächer. Darum bin ich nun oft mit unserer Kleinen bei Mamaí und helfe ihr bei der Pflege. Klein Aileen ist in Großmutters Nähe gar nicht mehr so ungestüm. Sie schaut meistens zu, was wir machen und ist stolz, wenn sie für uns etwas holen darf.

So erlebt sie mit, wie Großmutter an einem Nachmittag entschläft. Ich erkläre ihr den Vorgang, damit es sie nicht ängstigt.

"Alte Menschen schlafen irgendwann ein, um möglicherweise nach Folkwang zu gelangen. Das ist ein wunderschöner Ort mit sattem Gras, bunten Blumen, Sonne und Schmetterlingen. Aber vielleicht belebt die Seele von Urgroßmama auch ein noch ungeborenes Kind und kommt dann wieder auf die Welt? So genau wissen wir das nicht.
Was wir aber wissen, ist, dass wir Urgroßmamas Seele helfen müssen, gegen die vielen bösen Geister zu bestehen. Darum wird in den nächsten Tagen ein Totenfest gefeiert, das dein Atta -Papa- leitet. Damit helfen wir Urgroßmama gegen die bösen Geister. Was dann ihre Bestimmung weiter ist, darauf kann dir auch Atta -Papa- keine Antwort geben."

Moja ist die älteste Bewohnerin von Myrrdins Dorf gewesen. Bei der Beerdigung und dem Totenritual darf ich Erin assistieren. Er hat mir schon vor Wochen gesagt, dass ich in meinen Mantel Druidensymbole an den Rändern entlang sticken soll. So sehe ich Erin schon etwas ähnlich, obwohl ich immer noch seine Chihn -Schülerin- bin.

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Mein Name ist Aileen. Ich bin die Tochter des Druiden, hier in Myrddins Dorf. Meine Mamaí ist seine Chihn -Schülerin- und ich schaue mir viel von ihr ab. Auch der verehrte Athir -Vater- hat mir im Laufe der Jahre viel erklärt.

Nun nimmt Atta -Papa- Mamaí -Mama- oft zu Krankenbesuchen mit. Ich bin dann alleine im Haus und versorge den Haushalt, denn ich bin schon groß - gerade zwölf Lenze alt geworden!

Wenn Mamaí mit mir zuhause ist, gehen wir oft in den Wald. Das dauert nicht lange, denn der Wald liegt quasi vor unserer Haustür. Dort erklärt sie mir die Pflanzen, die im Wald wachsen, und wie nützlich sie sind. Hin und wieder nehmen wir auch welche mit nachhause, die Mamaí zum Kochen benutzt, aber auch Salben daraus herstellt. Andere werden zum Trocknen aufgehängt, um daraus Tees zu brauen.

Eines Tages gehen Papa und Mama gemeinsam in den Wald und ich soll sie begleiten. Mama hat Lebensmittel vorbereitet und damit einen Picknickkorb gepackt. Also wird es wohl eine längere Tour werden, auf die ich die Beiden dieses Mal begleiten soll.

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